Ein Gennaker ist ein leichtes Vorwind- und Raumwindsegel und gehört – ähnlich wie der Spinnaker – zu den großen Leichtwindsegeln an Bord.
Üblicherweise wird ein Gennaker aus leichtem Nylontuch gefertigt. Dadurch füllt sich das Segel bereits bei sehr wenig Wind und kann gerade bei leichten Bedingungen deutlich mehr Geschwindigkeit ins Boot bringen.
Im Unterschied zum klassischen symmetrischen Spinnaker ist der Gennaker asymmetrisch geschnitten. Dadurch ist das Handling wesentlich einfacher: Er benötigt keinen Spinnakerbaum, und der Hals des Segels wird direkt vor dem Vorstag angeschlagen – beispielsweise an einem Bugspriet, Gennakerbaum oder einem geeigneten Anschlagpunkt am Bug.
Gerade für Fahrtensegler ist der Gennaker deshalb eine sehr interessante Lösung: viel zusätzliche Segelfläche bei vergleichsweise einfachem Handling.
In dieser Anleitung zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie ein Gennaker mit Bergeschlauch angeschlagen, gesetzt, gefahren, gehalst und wieder geborgen wird.
Was braucht man, um einen Gennaker zu fahren?
Bevor der Gennaker gesetzt werden kann, sollte das Boot entsprechend vorbereitet sein.
Grundsätzlich benötigt ihr:
Spinnaker- oder Gennakerfall
Das Fall läuft vom Masttop beziehungsweise dem dafür vorgesehenen Austritt zum Kopf des Gennakers.
Wichtig ist, dass es frei läuft und nicht um Vorstag oder Wanten geschlagen ist.
Einen Anschlagpunkt am Bug
Der Hals des Gennakers wird vor dem Vorstag angeschlagen.
Ideal ist dafür:
- ein fester Bugspriet,
- ein ausfahrbarer Gennakerbaum oder
- ein entsprechend dimensionierter Anschlagpunkt am Bug.
Idealerweise eine Tackline
Besonders komfortabel ist eine Tackline.
Dabei handelt es sich um eine Leine, an der der Hals des Gennakers angeschlagen wird. Die Tackline wird über einen Block am Bug nach achtern ins Cockpit geführt.
Dadurch kann die Höhe des Gennakerhalses während des Segelns angepasst werden.
Auf tieferen Kursen kann der Hals etwas höher gefahren werden, während er auf spitzeren Kursen in der Regel stärker nach unten gezogen wird.
Gerade beim ersten Einsatz sollte die Tackline eher moderat eingestellt werden. Wird sie zu weit gefiert, kann der Hals stark steigen und der Gennaker unruhig werden.
Alternative zur Tackline: Stropp und Schäkel
Eine verstellbare Tackline ist allerdings nicht zwingend notwendig.
Bei vielen Fahrtenyachten wird der Gennaker einfach über einen kurzen Stropp mit Schäkel direkt am Bugspriet oder Gennakerbaum angeschlagen.
Das ist eine einfache, robuste Lösung und für viele Fahrtensegler vollkommen ausreichend.
Umlenkblöcke im Heck
Die beiden Gennakerschoten sollten möglichst weit hinten auf beiden Seiten des Bootes umgelenkt werden.
Dafür werden entsprechende Umlenkblöcke benötigt.
Zwei Gennakerschoten
Für jede Seite wird eine Gennakerschot benötigt.
Als Faustregel empfehlen wir eine Schotlänge von ungefähr:
2 × Schiffslänge pro Schot
Bei einem zehn Meter langen Boot bedeutet das also etwa 20 Meter pro Gennakerschot.
Gerade bei einer Outside-Halse sind ausreichend lange Schoten wichtig.
Winschen
Ideal sind eigene Spinnaker- oder Gennakerwinschen.
Bei vielen Fahrtenyachten können aber auch die vorhandenen Genuawinschen verwendet werden.
Welche Möglichkeiten gibt es, einen Gennaker zu setzen?
Grundsätzlich kann ein Gennaker auf verschiedene Arten gesetzt und geborgen werden.
Ohne Bergehilfe
Der Gennaker kann direkt aus einer Tasche oder einem Segelsack gesetzt werden.
Das funktioniert besonders auf kleineren Booten oder mit einer gut eingespielten Crew sehr gut.
Beim Bergen muss das große Segel allerdings frei eingefangen werden. Gerade bei zunehmendem Wind kann das schnell anspruchsvoll werden.
Mit Bergeschlauch
Für Fahrtensegler ist der Bergeschlauch, häufig auch Snuffer genannt, aus unserer Sicht eine besonders kontrollierbare und unkomplizierte Lösung.
Dabei befindet sich der Gennaker in einem langen Schlauch.
Über eine umlaufende Bergeleine kann dieser Schlauch nach oben gezogen werden. Das Segel wird dadurch freigegeben.
Beim Bergen wird der Schlauch wieder nach unten über das Segel gezogen.
Gerade mit kleiner Crew oder beim Segeln zu zweit bleibt das große Segel damit sehr gut kontrollierbar.
Rollsysteme
Es gibt auch Systeme, bei denen ein Gennaker über eine Rollanlage bedient wird.
Darauf möchten wir an dieser Stelle nicht näher eingehen, da wir für klassische Fahrten-Gennaker den Bergeschlauch in der Praxis als unkompliziertere Lösung bevorzugen.
Gennaker mit Bergeschlauch setzen – Schritt für Schritt
Schritt 1: Gennaker und Bergeschlauch vorbereiten
Der Gennaker wird im Bergeschlauch nach vorne gebracht.
Bevor ihr etwas anschlagt, sollte kontrolliert werden, dass:
- der Bergeschlauch nicht verdreht ist,
- das Segel im Schlauch nicht in sich verdreht ist,
- Kopf, Hals und Schothorn eindeutig zugeordnet sind,
- die Bergeleine frei läuft,
- keine Schoten oder Leinen durch den Schlauch laufen.
Gerade ein verdrehter Bergeschlauch oder ein in sich verdrehtes Segel sorgt später beim Setzen unnötig für Probleme.
Schritt 2: Hals des Gennakers anschlagen
Jetzt wird der Hals des Gennakers am Bug befestigt.
Mit einer Tackline wird der Hals an der verstellbaren Leine angeschlagen.
Alternativ wird ein kurzer Stropp mit Schäkel am Bugspriet oder Gennakerbaum verwendet.
Bei dieser einfachen Lösung ist die Höhe des Halses anschließend allerdings nicht während des Segelns verstellbar.
Schritt 3: Gennakerfall anschlagen
Jetzt wird das Spinnaker- beziehungsweise Gennakerfall am Kopf des Bergeschlauchs angeschlagen.
Vor dem Hochziehen unbedingt kontrollieren:
- Das Fall läuft frei.
- Das Fall liegt außerhalb der Wanten.
- Das Fall ist nicht um das Vorstag geschlagen.
- Der Kopf des Bergeschlauchs ist korrekt angeschlagen.
Schritt 4: Gennakerschoten anschlagen
Nun werden die beiden Gennakerschoten am Schothorn befestigt.
Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die später bestimmen, wie der Gennaker gehalst wird:
Inside-Halse oder Outside-Halse.
Inside-Halse: Schot zwischen Vorstag und Gennaker
Bei der Inside-Halse wird die Schot so geführt, dass sie zwischen Vorstag und dem Vorliek beziehungsweise Hals des Gennakers hindurchläuft.
Beim Halsen wird das Schothorn anschließend durch diesen Zwischenraum auf die neue Leeseite gezogen.
Das funktioniert besonders gut, wenn zwischen Gennaker und Vorstag ausreichend Platz vorhanden ist.
Der Weg des Schothorns ist dabei relativ kurz.
Outside-Halse: Schot außen um das Vorliek
Wenn der Abstand zwischen Vorstag und Gennaker sehr klein ist, ist eine Outside-Halse oft die bessere Lösung.
Dabei werden die Schoten vor dem Vorliek des Gennakers und vor dem Vorstag komplett außen herumgeführt.
Beim Halsen fliegt das Schothorn dadurch vollständig außen um das Vorliek des Gennakers herum.
Dafür werden entsprechend lange Schoten benötigt.
Unsere Empfehlung:
Etwa die doppelte Schiffslänge pro Schot.
Wichtig bei einer Outside-Halse ist außerdem ein sogenannter Prodder.
Dabei handelt es sich meist um eine kleine, flexible Segellatte oder eine ähnliche Verlängerung direkt am Hals des Gennakers.
Der Prodder hält die aktuelle Luvschot etwas nach oben und vom Bug weg. Dadurch wird verhindert, dass die lose Schot nach unten fällt, unter den Bugspriet beziehungsweise vor den Bug gerät und anschließend vom Boot überfahren wird.
Gerade beim Halsen ist das wichtig: Die alte Schot wird weit gefiert und muss frei vor dem Gennaker herum laufen können. Ohne Prodder besteht insbesondere bei wenig Spannung auf der Schot die Gefahr, dass sie ins Wasser fällt.
Für eine sauber gefahrene Outside-Halse empfehlen wir deshalb einen Prodder am Gennakerhals.
Eine Outside-Halse macht vor allem dann Sinn, wenn der Abstand zwischen Vorstag und Gennaker so klein ist, dass sich das Schothorn bei einer Inside-Halse leicht zwischen Vorstag und Gennaker verklemmen könnte.
Schritt 5: Schoten nach achtern führen
Die beiden Schoten werden nun sauber nach achtern geführt.
Dort laufen sie über die Umlenkblöcke zu den Winschen.
Kontrolliert unbedingt:
- Die Schoten laufen frei.
- Die Schoten liegen außen an Reling und Wanten.
- Keine Schot liegt unter dem Bugspriet.
- Keine Schot läuft unter dem Bug.
- Die Schoten sind nicht um Beschläge oder Relingsstützen gewickelt.
- Die Inside- beziehungsweise Outside-Führung stimmt.
Gerade bei der Outside-Halse muss die Schot wirklich komplett frei außen herum laufen.
Schritt 6: Bergeleine vorbereiten und sichern
Die Bergeleine ist beim Gennaker mit Bergeschlauch ein entscheidender Bestandteil.
Sie muss so geführt werden, dass sie:
- frei läuft,
- nicht verdreht ist,
- sich nicht in Schoten oder Beschlägen verfangen kann,
- nach dem Setzen sicher befestigt werden kann.
Das Befestigen der Bergeleine ist sehr wichtig.
Nach dem Setzen darf sie nicht lose an Deck liegen. Sonst kann sie sich um Schoten, Winschen oder Beschläge wickeln.
Ideal ist es deshalb, die Bergeleine nach dem Setzen sauber am Mast oder an einem dafür vorgesehenen Punkt zu sichern.
Schritt 7: Vor dem Hochziehen noch einmal alles kontrollieren
Bevor der Gennaker nach oben geht, lohnt sich ein letzter kompletter Kontrollblick.
Prüft insbesondere:
- Schäkel geschlossen,
- Fall richtig angeschlagen,
- Tackline oder Stropp korrekt befestigt,
- beide Schoten am richtigen Schothorn,
- Schoten richtig geführt,
- Bergeleine frei,
- Segel und Bergeschlauch nicht verdreht.
Diese Kontrolle dauert nur wenige Sekunden und verhindert viele typische Fehler.
Schritt 8: Gennaker im Bergeschlauch hochziehen
Der Gennaker wird zunächst vollständig im Bergeschlauch nach oben gezogen.
Das komplette Segel ist dabei noch verpackt und kann deshalb kaum Wind aufnehmen.
Das Fall wird vollständig durchgesetzt und anschließend belegt.
Jetzt hängt der Gennaker im geschlossenen Bergeschlauch vor dem Boot.
Schritt 9: Geeigneten Kurs fahren
Vor dem Öffnen des Bergeschlauchs sollte das Boot auf einen geeigneten Raumwindkurs gebracht werden.
Ideal ist es, wenn das Großsegel den Gennaker während des Setzens etwas abschattet.
Das ist einer der wichtigsten Tricks beim Setzen und Bergen.
Durch den Windschatten des Großsegels steht zunächst deutlich weniger Druck im Gennaker.
Die Leeschot wird vorbereitet und leicht auf Spannung gehalten.
Schritt 10: Bergeschlauch kontrolliert hochziehen
Jetzt wird der Bergeschlauch geöffnet.
Dazu wird an der entsprechenden Seite der umlaufenden Bergeleine gezogen.
Wichtig ist dabei:
Die Bergeleine immer kontrolliert bedienen.
Zu Beginn kann es sein, dass der Bergeschlauch noch etwas schwer nach oben läuft.
Sobald der Gennaker anfängt, Wind zu fangen, verändert sich das deutlich.
Der Wind öffnet das Segel und der Bergeschlauch wird dann häufig fast von alleine nach oben gezogen.
In diesem Moment sollte die Bergeleine nicht einfach frei durchlaufen.
Unter Umständen müsst ihr das Hochlaufen sogar etwas bremsen, indem ihr das andere Ende der umlaufenden Bergeleine kontrolliert in der Hand haltet.
So verhindert ihr, dass der Bergeschlauch unkontrolliert nach oben läuft.
Der Schlauch sollte gleichmäßig und kontrolliert bis ganz nach oben gezogen werden.
Danach ist der Gennaker vollständig frei.
Schritt 11: Bergeleine sichern
Ist der Bergeschlauch vollständig oben, wird die Bergeleine sauber gesichert.
Sie sollte so befestigt werden, dass:
- sie nicht über Deck wandert,
- sie nicht in die Gennakerschoten gerät,
- sie beim späteren Bergen schnell wieder erreichbar ist.
Am besten wird sie in Mastnähe sauber fixiert.
Wichtig: Gennaker später auf derselben Seite bergen
Ein wichtiger Punkt für das spätere Bergen:
Der Gennaker sollte möglichst auf derselben Seite geborgen werden, auf der er gesetzt wurde.
Der Grund ist die umlaufende Bergeleine.
Wenn der Gennaker während des Segelns oder durch eine Halse auf der anderen Seite des Vorstags steht, kann die Bergeleine auf der falschen Seite liegen.
Dann lässt sich der Bergeschlauch nicht ohne Weiteres nach unten ziehen.
Wenn es nicht möglich ist, den Gennaker zum Bergen wieder auf die ursprüngliche Seite zu bringen, gibt es eine einfache Lösung:
Die Bergeleine wird am Mast beziehungsweise an ihrer Befestigung gelöst.
Anschließend wird sie einmal um das Vorstag herum auf die andere Seite geführt.
Danach liegt die Bergeleine wieder auf der richtigen Seite des Gennakers und der Bergeschlauch kann heruntergezogen werden.
Dieser Punkt sollte bereits beim Setzen bedacht werden.
Gennaker trimmen
Ist der Gennaker vollständig frei, wird er über die Leeschot eingestellt.
Die wichtigste Grundregel lautet:
Die Schot nur so stark dichtholen wie nötig.
Der Gennaker sollte möglichst frei und offen stehen.
Dafür wird die Schot langsam gefiert, bis das Vorliek leicht beginnt einzufallen.
Anschließend wird die Schot gerade so weit wieder angezogen, dass das Segel sauber und stabil steht.
Wird die Schot zu stark angezogen, wird das Segel unnötig flach und verliert Leistung.
Bei einer Tackline kann zusätzlich die Höhe des Halses verändert werden.
Damit lässt sich der Gennaker noch besser auf Windwinkel und Windstärke abstimmen.
Gennaker halsen
Beim Halsen hängt der Ablauf davon ab, ob ihr eine Inside- oder Outside-Halse fahrt.
Praxis Tipp: Inside oder Outside Halsen?Inside-HalseBei der Inside-Halse wird die alte Leeschot weit gefiert. Das Schothorn wandert zwischen Vorstag und Vorliek des Gennakers hindurch auf die neue Leeseite. Dort wird die neue Schot übernommen. Wichtig ist, dass ausreichend Platz zwischen Vorstag und Gennaker vorhanden ist. Outside-HalseBei der Outside-Halse wird die bisherige Schot ebenfalls weit gefiert. Das Schothorn fliegt dabei komplett außen um das Vorliek des Gennakers herum. Die neue Leeschot zieht das Schothorn anschließend auf die neue Seite. Hier ist besonders wichtig, dass die Schoten lang genug sind und keine Schot unter den Bug oder Bugspriet gelangen kann. Gennaker mit Bergeschlauch bergen Beim Bergen spielt der Bergeschlauch seinen größten Vorteil aus. Statt das komplette frei fliegende Segel direkt an Deck zu holen, wird es zunächst wieder im Bergeschlauch eingefangen. |
Schritt 1: Frühzeitig entscheiden
Gerade für Fahrtensegler gilt:
Nicht erst bergen, wenn der Wind bereits zu stark geworden ist.
Je früher entschieden wird, desto entspannter ist das Manöver.
Wenn der Wind deutlich zunimmt oder das Segel zunehmend schwer kontrollierbar wird, sollte der Gennaker lieber rechtzeitig geborgen werden.
Schritt 2: Aufgaben an Bord verteilen
Mit kleiner Crew hilft eine klare Aufgabenteilung.
Ideal ist beispielsweise:
- eine Person steuert das Boot und bedient die Schot,
- eine Person bedient die Bergeleine.
Gerade beim ersten Mal sollte nicht versucht werden, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen.
Ein ruhiger Ablauf ist wichtiger als Geschwindigkeit.
Schritt 3: Richtige Seite herstellen
Bevor der Bergeschlauch heruntergezogen wird, zuerst prüfen:
Befinden sich Gennaker und Bergeleine auf derselben Seite wie beim Setzen?
Wenn ja, kann direkt mit dem Bergen begonnen werden.
Wenn nicht, muss entweder auf die ursprüngliche Seite gewechselt werden oder die Bergeleine wird am Mast gelöst und einmal um das Vorstag herum auf die andere Seite geführt.
Schritt 4: Gennaker entlasten
Das Boot wird auf einen tiefen Raumwindkurs gebracht – allerdings nicht so tief, dass die Gefahr einer Patenthalse entsteht.
Idealerweise wird der Gennaker möglichst weit vom Großsegel abgeschattet.
Dadurch nimmt der Druck im Segel deutlich ab.
Gleichzeitig wird die Gennakerschot kontrolliert gefiert.
Wichtig ist:
Nicht versuchen, einen voll gefüllten Gennaker mit Gewalt in den Bergeschlauch zu ziehen.
Je weniger Druck im Segel steht, desto leichter und kontrollierter funktioniert das Bergen.
Schritt 5: Bergeschlauch nach unten ziehen
Jetzt wird an der Bergeleine gezogen und der Bergeschlauch nach unten über den Gennaker geführt.
Das Segel wird dadurch zunehmend zusammengedrückt und verliert seine angeströmte Fläche.
Den Bergeschlauch gleichmäßig und kontrolliert bis ganz nach unten ziehen.
Schritt 6: Gennakerfall fieren
Erst wenn der Gennaker vollständig im Bergeschlauch verschwunden ist, wird das Fall gefiert.
Der komplette Bergeschlauch kann jetzt kontrolliert an Deck genommen werden.
Schritt 7: Gennaker sauber verstauen
Jetzt werden Fall, Hals und Schoten gelöst.
Vor dem Verstauen sollte noch einmal kontrolliert werden:
- Bergeschlauch nicht verdreht,
- Bergeleine frei,
- keine Schot im Segel,
- Kopf und Hals richtig zugeordnet.
Wer den Gennaker sauber einpackt, spart sich beim nächsten Setzen viel Arbeit.
Die 5 häufigsten Fehler beim Gennaker setzenViele Probleme beim Gennaker lassen sich vermeiden, wenn einige typische Fehler von Anfang an ausgeschlossen werden. 1. Fall oder Bergeschlauch ist verdrehtWenn das Fall um das Vorstag geschlagen ist oder der Bergeschlauch verdreht nach oben gezogen wird, lässt sich der Gennaker später nicht sauber öffnen. Deshalb immer vor dem Setzen kontrollieren. 2. Die Schoten sind falsch geführtEine falsch geführte Schot kann sich an Reling, Wanten oder Beschlägen verhaken. Besonders bei der Outside-Halse müssen die Schoten wirklich komplett außen geführt werden. 3. Die Outside-Schot läuft unter den BugDas ist ein klassischer Fehler. Gerät die lose Schot unter den Bugspriet oder sogar unter den Bug, kann sie beim Halsen oder Beschleunigen unter das Boot gezogen werden. Deshalb vor dem Setzen genau kontrollieren. 4. Der Gennaker wird unter zu viel Druck gesetzt oder geborgenJe mehr Druck im Segel steht, desto schwieriger wird das Handling. Beim Setzen und Bergen deshalb möglichst den Windschatten des Großsegels nutzen und das Segel entlasten. 5. Die Bergeleine wird nach dem Setzen nicht sauber gesichertEine lose Bergeleine kann sich in Schoten, Winschen oder Beschlägen verfangen. Deshalb die Bergeleine nach dem Setzen immer sauber befestigen und gleichzeitig so sichern, dass sie beim Bergen schnell wieder erreichbar ist. Warum wir den Bergeschlauch für Fahrtensegler empfehlen Ein Gennaker ist ein hervorragendes Segel, um besonders bei leichtem und mittlerem Wind deutlich mehr Leistung aus einer Fahrtenyacht herauszuholen. Viele Segler verzichten trotzdem darauf, weil ihnen der Umgang mit einem großen Leichtwindsegel zu aufwendig erscheint. Gerade der Bergeschlauch macht das Handling jedoch deutlich einfacher. Das Segel kann vollständig verpackt hochgezogen werden und wird erst anschließend kontrolliert geöffnet. Beim Bergen funktioniert das Ganze genau andersherum. Der Gennaker wird zuerst eingefangen und erst danach heruntergelassen. Für kleine Crews, Paare und typische Fahrtensegler ist ein Gennaker mit Bergeschlauch deshalb eine sehr gute Kombination aus Leistung, einfachem Handling und Kontrolle. |
Welcher Gennaker passt zu meinem Boot?
Gennaker unterscheiden sich deutlich in Größe, Form und Einsatzbereich.
Welcher Schnitt sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:
- Bootstyp,
- Verdrängung,
- Segelrevier,
- bevorzugten Kursen,
- Crewgröße und
- gewünschtem Handling.
Auch die passende Ausrüstung – vom Anschlagpunkt über Tackline und Schoten bis zum Bergeschlauch – sollte auf das jeweilige Boot abgestimmt werden.
Wir beraten euch gerne dabei, den passenden Gennaker und die richtige Ausrüstung für euer Boot zusammenzustellen.
Gennaker setzen im Video
Ihr möchtet das Ganze noch einmal direkt an Bord sehen?
In unserem Video zeigen wir Schritt für Schritt, wie ein Gennaker mit Bergeschlauch angeschlagen, gesetzt und bedient wird und worauf ihr bei den einzelnen Handgriffen achten solltet.
▶ Gennaker setzen mit Bergeschlauch – zum Video auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=adJ6Pda-R5w

